Es gibt viele Bio- und Fairtrade-Kaffees auf dem Markt und vielleicht hast du dich am Kaffeeregal auch schon öfters gefragt: Welchen Preis erhalten eigentlich die Kaffeeproduzent*innen für ihre Bohnen, die ich gleich heiß aufbrühen werde?

Immerhin kaufst du Fairtrade, weil du willst, dass die Produzent*innen fair bezahlt werden und wenn wir uns den Kaffeemarkt genauer ansehen, wird schnell klar, dass sich etwas ändern muss: Kaffeeproduzent*innen verdienen in der Regel viel zu wenig an ihrem Kaffee!

Wir wollen sicherstellen, dass sich das ändert, sodass sie ein gutes und möglichst sorgenfreies Leben führen können. Wie? Die Antwort heißt Living Income Reference Price, kurz LIRP. Dieser wird von Fairtrade International berechnet.

Lotje Kaak mit Farmern von Red Ecolsierra

Unsere Mission

Seit 1973 versuchen wir für Kaffeeproduzent*innen eine gerechte Bezahlung zu ermöglichen. Damals haben wir einen wichtigen Schritt getan und den Grundstein für fairen Kaffee gelegt, indem wir den ersten Fairtrade-Kaffee in den Niederlanden auf den Markt gebracht haben. Wir, als Lebensmittelmarke, entwickeln uns kontinuierlich weiter. Das bedeutet auch, dass wir uns nie mit dem Status Quo der Kaffeewelt zufrieden geben. Nun gehen wir den nächsten Schritt!

Ab sofort ist alles, was wir tun, an unser Versprechen geknüpft unseren Kaffeeproduzent*innen ein existenzsicherndes Einkommen zu garantieren!

Wir verpflichten uns, ein Sicherheitsnetz für Kaffeeproduzent*innen und ihre Familien zu schaffen, in dem wir einen Mindestpreis für ihren Kaffee bezahlen, der ihnen existenzsicherndes Einkommen garantiert!

Unser Weg zu einem existenzsichernden Einkommen für Kaffeeproduzent*innen

Dass sich Preisschwankungen negativ auf Kaffeeproduzent*innen auswirken, lässt sich seit Jahrzehnten beobachten. Fairtrade International hat deshalb einen Referenzpreise für ein existenzsicherndes Einkommen unter anderem für kolumbianischen Kaffee eingeführt.

Der Gedanke dahinter: Der Preis, der für ein Kilo Rohstoff bezahlt wird, soll ein Einkommen sichern, mit dem alle Grundbedürfnisse vor Ort finanziell gedeckt werden können. Ganz konkret sollen die Familien der Produzent*innen am Ende des Tages genug Geld haben für:

  • ausreichend nahrhafte Lebensmittel
  • ein angemessener Wohnraum
  • Kleidung
  • medizinische Versorgung
  • Schulbildung
  • Verkehrsmittel
  • und ein bisschen mehr, um für Notfälle Geld zurücklegen zu können

Außerdem sollte, nachdem die landwirtschaftlichen Kosten vollständig gedeckt sind, genug Geld übrig bleiben, um in eine nachhaltige Kaffeeproduktion zu investieren und in die Rente einzahlen zu können.

Der Living Income Reference Price (LIRP)

Auf internationaler Ebene spricht man vom Living Income Reference Price (LIRP). Er wird von Fairtrade International berechnet.

Ziel ist, genau die Preise widerzuspiegeln, die Kaffeeproduzent*innen weltweit benötigen, um einen angemessenen Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Für die Berechnung haben rund 300 kolumbianische Kaffeeproduzent*innen aus Fairtrade-zertifizierten Erzeugerorganisationen ein Jahr lang die Ausgaben und Einnahmen ihrer Betriebe erfasst. Ebenso wurde die Produktivität, der Grundbesitz und die Familiengröße berücksichtigt. Anhand dieser Daten wurde eine Einkommensbasis ermittelt.

Der Preis basiert also auf der Frage: Wie viel Geld benötigt eine Familie, die Kaffee anbaut, um ein gutes und planbares Leben zu führen?

Weil sich jedes Land voneinander unterscheidet, wird der LIRP für jedes Land und jeden Rohstoff einzeln ermittelt.

Mit Selbstverständlichkeit die Zukunft des Kaffees sichern

Während die Mindestpreise und Prämien von Fairtrade International für die Fairtrade-Zertifizierung verbindlich bleiben, sind die neuen Referenzpreise eine freiwillige Ausschüttung seitens der Lebensmittelmarken.

Wir finden, dass eine existenzsicherndes Einkommen eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Der LIRP soll uns dabei helfen, dies in die Tat umzusetzen.

Ab sofort garantieren wir unseren Kaffeeproduzent*innen in Kolumbien, die unseren Direct Trade Coffee produzieren einen Mindestpreis in Höhe des LIRP!

Für uns war seit der Berechnung klar, dass dieser Preis nicht das Einzige ist, was wir zahlen werden. Da geht noch mehr:

Diversifizierung der Einkommensströme

Zusätzlich wollen wir mit weiteren Projekten unsere Kaffeeproduzent*innen weitere Einkommensströme ermöglichen. Es geht dabei um:

  • die Erhöhung der Produktivität auf dem Land
  • die Senkung der Produktionskosten und
  • die Diversifizierung des Einkommens unserer Kaffeeproduzent*innen

Häufig handelt es sich um Projekte, bei denen beide Seiten profitieren, wie z.B. die Installation eines Biokompostwerks. Dies bedeutet einen finanziellen Gewinn sowohl für die Kaffeeproduzent*innen wie auch für die Natur. Ein weiteres Beispiel ist die Honigerzeugung:

Wir ermutigen unsere Kaffeeproduzent*innen Honig zu erzeugen, denn gerade Artenvielfalt ist für uns Lebensmittelproduzent*innen eine zentrale Zukunftsaufgabe. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich durch die Hilfe der Bienen und anderer Insekten die Erträge beim Kaffeeanbau steigern lassen. Außerdem können die Kaffeeproduzent*innen durch den Verkauf von Honig ein zusätzliches Einkommen erzielen.

Auszahlungen von Bargeld

Ein wichtiger Aspekt ist, dass dieser zusätzliche Preis direkt in den Taschen der Kaffeeproduzent*innen landet. Das bedeutet, dass das Geld von allen Familien vor Ort innerhalb der Kaffee-Kooperative für Dinge ausgegeben werden kann, die ihnen ein existenzsicherndes Einkommen ermöglichen. Die Fairtrade-Prämie und die Bio-Prämie werden an die Kooperative gezahlt und in Absprache mit ihnen auf der Kooperativebene ausgegeben.

Wir gucken genau hin!

Uns ist es wichtig, die Auswirkungen des Referenzpreises für das existenzsichernde Einkommen eigenständig zu messen. Wir starten mit unseren Kaffeeproduzent*innen, die unseren Direct Trade Coffee herstellen und der Kaffee-Kooperative Red Ecolsierra angehören. Wir bewerten, ob der Referenzpreis korrekt berechnet wurde, wie sich der zusätzliche Preis auswirkt und welche Auswirkungen unsere zusätzlichen Projekte haben, die wir für die Kaffeeproduzent*innen eingerichtet haben.

Bis wir dieses Ziel vollständig erreicht haben, gilt natürlich weiterhin:

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