Nicole Augustin
PR & Communication
19 Juli 2022

Yay! Wir von Fairtrade Original sind für unseren positiven Einfluss auf „Communitys“ zu einer der Best For The World™ B Corps 2022 ernannt worden. Darauf sind wir sehr stolz! Seit Jahren bauen wir faire Handelsketten auf und investieren einen Großteil unserer Gewinne in Projekte in Südamerika, Afrika und Asien. Selbstverständlich natürlich gehört dazu, mit unseren Landwirt*innen im stetigen und engen Kontakt zu stehen und uns auf ihre Entwicklungsbedürfnisse zu konzentrieren. Weißt du, was du mit dem Kauf einer unserer Curry-Gewürzpasten, einer Dose Jackfruit oder einer Packung Kaffee aus unserem Sortiment bewirkst? Wir nehmen dich jetzt mit auf Erkundungstour!

BEST FOR THE WORLD

 

Aber vorweg: Was bedeutet eigentlich „Best For The World“? Die Best For The World-Auszeichnung wird von B Lab vergeben, dem globalen gemeinnützigen Netzwerk, das B Corps zertifiziert. B Corps sind Unternehmen, die hohe Standards im Rahmen sozialer und ökologischer Leistungen erfüllen und transparent agieren! Heute gibt es mehr als 5.000 B Corps in 80 Ländern und wir sind seit 2021 eine davon!

Zusätzlich zeichnet B Lab jedes Jahr die leistungsstärksten B Corps aus, die durch ihr Handeln große Wirkung erzielen. Diese B Corps werden als Best for the World™ ausgezeichnet, da ihre verifizierten Ergebnisse in den fünf möglichen Bereichen Community, Kundschaft, Umwelt, Governance oder Arbeitnehmende als herausragend eingestuft werden!

Wir sind stolz darauf, eine B Corp zu sein, und jetzt noch stolzer auf unsere Listung als Best For The World™ B Corp™ in der Kategorie „Community“. Damit gehören wir in unserer Unternehmensgröße (10-49 Mitarbeitende) zu den Top 5% B Corps, die weltweit gelistet wurden. In dieser Listung „Community“ aufgeführt zu werden setzt voraus, als Unternehmen zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen der Communitys beizutragen, in denen man tätig ist.

Zwei unserer jüngsten Projekte haben dazu beigetragen, dass wir es so weit geschafft haben:

AUF DEM WEG ZU EINEM EXISTENZSICHERNDEN EINKOMMEN FÜR LANDWIRT*INNEN

 

Als erste Fairtrade-Organisation der Welt arbeiten wir eng mit Landwirt*innen und Produzent*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen. Vor Kurzem haben wir auch unsere Unternehmensmission geschärft und verfolgen nun das Ziel, Landwirt*innen ein existenzsicherndes Einkommen durch die Auszahlung des sogenannten „Living Income Reference Price (LIRP)“ zu ermöglichen. Damit gehen wir den nächsten Schritt einer zukunftssicheren Veränderung. Jetzt denkst du vielleicht: Was ist eigentlich der Living Income Reference Price?

Was ist ein existenzsicherndes Einkommen?

 

Ein existenzsicherndes Einkommen ist ein Einkommen für die Landwirt*innen, welches für ein ausreichend gutes Leben und eine gesicherte Zukunft benötigt wird. Es beinhaltet ein Einkommen für nährstoffreiche Lebensmittel, Kleidung, den Schulbesuch der Kinder, medizinische Versorgung, ein Dach über dem Kopf sowie ein Extra für Notfälle und die Rente – nach vollständiger Abdeckung der landwirtschaftlichen Kosten! Und das ist notwendig… Leider bekommen Landwirt*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika heute nicht genug Geld für ihre Produkte, wodurch viele in Armut leben.

Nur ein Beispiel: Hobbys sind für uns das Normalste der Welt. Wir genießen Sport, Gaming oder lesen ein gutes Buch. Für Landwirt*innen in den genannten Kontinenten ist meistens keine Rede davon und der Grund dafür ist simpel: Es gibt kein Geld und keine Zeit dafür. Wie schön wäre es, wenn auch sie die Frage beantworten könnten: Was sind Ihre Hobbys?

Kaffeebäuerin in Uganda

Ein notwendiger, aber komplizierter Weg

 

Der Referenzpreis für das existenzsichernde Einkommen (LIRP) wird von Fairtrade International festgelegt und wir und unsere (Kaffee- und Kokosnuss-)Landwirt*innen beteiligen uns aktiv an den Studien. Fairtrade International hat eine Methode entwickelt, um den Preis zu berechnen, den der Bauer in einem bestimmten Land erhalten muss, um ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Diese wurde mittlerweile in einigen Ländern für Kaffee und Kakao etabliert. LIRP wird Schritt für Schritt weiter berechnet und auf andere Länder und Produktgruppen ausgerollt.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die LIRP-Berechnung schwierig machen. Ein wichtiger Grund ist, dass Landwirt*innen betriebsbezogene Aktivitäten wie Einkauf, Ertrag und Verkauf nicht im Auge behalten oder (noch) nicht über die erforderlichen Ressourcen oder Kenntnisse verfügen, um Betriebsergebnisse zu berechnen und zu analysieren. Darüber hinaus unterscheidet sich der genaue Referenzpreis für das existenzsichernde Einkommen von Land zu Land, da die Lebenshaltungskosten von Land zu Land unterschiedlich sind.

Optimistisch wie wir sind, schauen wir kontinuierlich: Was ist schon möglich? Beispielsweise zahlen wir bereits jetzt allen unseren Kaffeebauern, auch in Ländern, in denen LIRP noch nicht offiziell etabliert ist, einen geschätzten LIRP.

Familie vor einem Haus in Uganda

Aufbau der Communitys

 

Neben der Arbeit an einem existenzsichernden Einkommen für unsere Landwirt*innen investieren wir auch weiterhin in Projekte, die zu einer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung unserer Landwirt*innen und ihren Familien beitragen. Derzeit laufen 73 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf Projekte in Kolumbien und Thailand, um dir eine bessere Vorstellung zu geben.

Kakaopflanzen in Kolumbien zur Einkommensdiversifizierung

 

In Kolumbien investieren wir in ein Kakaoprojekt mit dem Ziel, das Einkommen von 30 Kaffeebäuer*innen zu verbessern. Aufgrund des Klimawandels stehen sie in der Kaffeeproduktion vor großen Herausforderungen. Neben Kaffee bauen sie nun auch Kakao an, um ihr Einkommen zu diversifizieren. In diesem Projekt erhalten sie junge Kakaopflanzen und Schulungen dazu. Zudem wurde ein Produktionsort für die Verarbeitung des Kakaos geschaffen. Dies ist notwendig, da die Kaffeebäuer*innen nur einmal im Jahr Kaffeekirschen ernten und dadurch eben nur für einen kurzen Zeitraum im Jahr ein Einkommen erzielen. Das ist sehr ungewiss, denn was ist, wenn bei der Ernte etwas schief geht? Durch die Zugabe von Kakao zu ihrer Ernte können sie das ganze Jahr über Produkte verkaufen.

Sierra Nevada Kolumbien

Bessere Verhandlungsposition für thailändische Bauern durch Gewächshäuser und Schulungen

 

Seit mehr als 10 Jahren arbeiten wir eng mit den Landwirt*innen in Thailand zusammen, die Gewürze für unsere Thai-Currys liefern. Wir sind ständig auf der Suche nach Verbesserungen. Die Landwirt*innen arbeiten intensiv an der Selbstorganisation und der nachhaltigen Produktion. Ihr Ziel? Ihre Position in der Lieferkette stärken!

Ein Element zur Erreichung dieses Ziels ist der Bau von Gewächshäusern (bis 2020) für den Anbau von Chili und anderen Pflanzen. Die Gewächshäuser werden die Pflanzen vor Insekten und starken Regenfällen schützen. Auf diese Weise wird diesen Bauern eine zweite Ernte und damit ein ganzjähriges Einkommen garantiert.

Wir von Fairtrade Original haben dazu beigetragen, indem wir eine Spendenaktion mit COOP ins Leben gerufen haben. Darüber hinaus haben wir ein zinsloses Darlehen für den Restbetrag angeboten, das von den betroffenen Landwirten noch in diesem Jahr zurückgezahlt werden soll. Der Bau von Gewächshäusern ist jedoch nur ein Teil der Maßnahmen. Wir investieren viel in die Unterstützung der Bauern in ihrer Entwicklung, indem wir verschiedene Schulungen durch lokale Fairtrade-Original-Berater*innen anbieten. Dazu gehört ein Programm für den ökologischen Anbau von Kräutern und Gemüse, damit die Landwirt*innen einen besseren Preis für ihre Produkte erhalten.

 

Martin Boon von Fairtrade Original spricht mit einem Bauern in Thailand

 

Jeden Tag wollen wir besser werden und aktiv dazu beitragen Landwirt*innen ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen. Deswegen freuen wir uns, über Auszeichnungen, Listungen oder unseren Podiumsplatz als Best For The World, die unser Anliegen sichtbar und bekannter machen! Die Tatsache, dass wir nicht von Geld, sondern von Idealen angetrieben werden, macht uns einzigartig. Deshalb treten wir gerne mit anderen Lebensmittelmarken ins Gespräch und laden sie ein, ebenfalls den Weg zu einem existenzsichernden Einkommen für Landwirt*nnen einzuschlagen. Nur gemeinsam können wir wirklich große Schritte machen!

Landwirtin aus Thailand mit Fairtrade Original Curry

Gemeinsam besser!

 

Zusätzlich zu den Projekten, die aus der Fairtrade-Prämie stammen, haben wir die oben genannten Projekte selbst ins Leben gerufen. Bist du neugierig auf Projekte aus der Fairtrade-Prämie? Wir werden uns das in Kürze genauer ansehen. Am besten du abonnierst schnell unseren Newsletter, dann verpasst du nichts 😉

Eine schöne Tatsache zum Schluss: Weil unsere Currys die meistverkauften Thai-Currys im niederländischen Supermarkt sind, konnten wir noch mehr Bauern finden, die sich der Fairtrade-Original-Handelskette anschließen. Das bedeutet, dass mehr Landwirt*innen einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten und durch Projekte unterstützt werden.

Mit jedem Curry, das du kochst, machst du das möglich!

Landwirt*innen bei einer Versammlung in Thailand

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Von:
Nicole Augustin
PR & Communication
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